
Die zwölf Geschworenen: 118 Fakten hinter den Kulissen
Für Joseph Sweeney war es der letzte Film.
Noch vor den Pressevorführungen wurde der Film den Anwaltskammern sämtlicher damals 48 Bundesstaaten gezeigt. Nach dem Start ehrte ihn die American Bar Association, weil er „zu einem besseren Verständnis und einer höheren Wertschätzung des amerikanischen Rechtssystems beiträgt“.
Unter den IMDb-Top-Ten ist er, Stand 2020, der kürzeste Film und der einzige, der keine zwei Stunden dauert. In den Top 30 läuft sonst kein Titel unter 100 Minuten; der nächste mit zweistelliger Minutenzahl ist Lichter der Großstadt (1931) auf Platz 35.
Seine zurückgestellte Gage sah Henry Fonda nie, denn der Film spielte keinen Gewinn ein. Zu seinen drei besten Arbeiten zählte er ihn trotzdem zeitlebens, neben Früchte des Zorns (1940) und Ritt zum Ox-Bow (1943).
Henry Fonda trug Sidney Lumet die Regie persönlich an. Ihn hatten dessen Arbeiten für die Fernsehreihen Studio One (1948) und The Alcoa Hour (1955) überzeugt.
1998 gehörte der Film zu den 400 Kandidaten, aus denen das American Film Institute seine Liste der 100 größten amerikanischen Filme auswählte.
Unter den Anwärtern auf den Oscar für den besten Film war er in jenem Jahr der einzige, der in keiner Schauspielkategorie nominiert war, weder bei den Hauptrollen noch sonst.
Drei Oscar-Nominierungen brachte der Film ein, und in allen drei Kategorien zog er gegen Die Brücke am Kwai (1957) den Kürzeren.
United Artists trat mit dem Projekt an Henry Fonda heran, und er wurde Hauptdarsteller und Produzent in einem. Die Produzentenarbeit zermürbte ihn allerdings so, dass er sie nie wieder übernehmen wollte.
Boris Kaufman sprang in letzter Minute für Kameramann Gerald Hirschfeld ein.
In der Anfangssequenz sind 12 Frauen zu sehen.
Sidney Lumet legte die Kameraarbeit gezielt so an, dass die Bilder umso enger und eindringlicher werden, je mehr sich die Debatte der Geschworenen aufheizt.
2007 nahm die Library of Congress den Film wegen seiner „kulturellen, historischen oder ästhetischen Bedeutung“ in das National Film Registry auf.
Auf die Idee zu einem Drama im Geschworenenzimmer kam Drehbuchautor Reginald Rose, nachdem er selbst in einem Totschlagsprozess als Geschworener gesessen hatte.
Gedreht wurde über mehrere Wochen in chronologischer Reihenfolge, damit sich Spannung und Gefühlslage der Darsteller ganz natürlich steigern konnten.
Kaum hatte Henry Fonda das Set betreten, beschwerte er sich bei Sidney Lumet über die billigen Prospekte vor den Fenstern des Beratungszimmers: „Die sehen beschissen aus. Hitch hatte tolle Kulissen, da konnte man direkt hineinspazieren.“ Gemeint war sein vorheriger Film mit Sir Alfred Hitchcock, Der falsche Mann (1956). Lumet beruhigte ihn, Kameramann Boris Kaufman wisse schon, wie er sie ins rechte Licht rücke. Man sieht dennoch deutlich, dass der Hintergrund aus einer tieferen Perspektive gemalt wurde, als es der Fensterhöhe entspricht: Eines der großen Gebäude wirkt klar verzerrt, als würde man es von weit unten betrachten.
Immer wieder taucht im Film die Zahl „3“ auf. Nur die ersten drei Minuten spielen außerhalb des Beratungszimmers, der Gerichtssaal trägt die Nummer 228 (2+2+8=12; 1+2=3), und Geschworener Nr. 8 erwähnt seine drei Kinder. Geschworener Nr. 7 fährt die anderen einmal an, sie sollten den Mund halten, schließlich bekämen sie 3,00 Dollar am Tag, Geschworener Nr. 6 erzählt von drei Tagen, die er mit dem Anstreichen eines Hauses verbracht hat, und Geschworener Nr. 4 erinnert daran, dass die Tat drei Monate vor dem Prozess geschah. Geschworener Nr. 3 ist es, der Nr. 8 wegen der Unschuld des Angeklagten zur Rede stellt, und Geschworener Nr. 10 spricht schließlich von 3 Garagen, die bei ihm leer stehen.
Zuerst wurde der Stoff 1954 für die Fernsehreihe Studio One verfilmt (Twelve Angry Men (1954)). Henry Fonda war davon so angetan, dass er eigenes Geld in eine Kinofassung steckte.
Henry Fonda und Edward Binns standen später erneut für Sidney Lumet gemeinsam vor der Kamera, in Fail Safe (1964).
Das fleißige, aber recht unerfahrene Team bestand größtenteils aus Hafenarbeitern. Weil die Filmarbeit sie nicht das ganze Jahr ernährte, besaßen sie zwei Gewerkschaftsausweise, den der Local 52 und den der ILA.
Von den Außenaufnahmen abgesehen, spielt der ganze Film in drei Räumen.
2001 nahm das American Film Institute den Film in seine Liste der 100 spannendsten amerikanischen Filme auf.
Die Serie Maverick (1957) griff die Geschichte in der Folge Rope of Cards (1958) auf, der 17. Episode der ersten Staffel (S1.E17).
Als das Stück am 20.9.1954 erstmals als Fernsehspiel in Studio One (1948) lief (Twelve Angry Men (1954)), saßen Norman Fell, John Beal, Franchot Tone, Walter Abel, Lee Philips, Bart Burns, Paul Hartman, Robert Cummings, Joseph Sweeney, Edward Arnold, George Voskovec und Larkin Ford, aufgeführt als Will West, auf der Geschworenenbank. Nur Sweeney und Voskovec übernahmen ihre Rollen auch im Kinofilm. Regie bei der Fernsehfassung führte Franklin J. Schaffner, der später für Patton (1970) den Regie-Oscar gewann.

Die zwölf Geschworenen (1957): Ein Mann mit Hemd, Krawatte und Hosenträgern mit ernstem GesichtsausdruckBild: Wikimedia Commons · Unknown (Trailer screenshot), Public domain 9 der 12 Geschworenen-Darsteller hatten beim Militär gedient, 8 davon im Zweiten Weltkrieg. Henry Fonda (Geschworener Nr. 8) und John Fiedler (Nr. 2) waren bei der Navy, Robert Webber (Nr. 12) beim Marine Corps, Jack Klugman (Nr. 5) bei der Army, Martin Balsam (Nr. 1), Lee J. Cobb (Nr. 3) und Edward Binns (Nr. 6) bei den U.S. Army Air Forces. Jack Warden (Nr. 7) diente vor dem Krieg bei der Navy und im Zweiten Weltkrieg dann bei der U.S. Merchant Marine und der Army; Ed Begley (Nr. 10) war schon im Ersten Weltkrieg bei der Navy. Auch Regisseur Sidney Lumet, Autor und Produzent Reginald Rose, Co-Produzent George Justin und Rudy Bond, der Darsteller des Richters, waren Veteranen des Zweiten Weltkriegs, alle bei der Army, während Kameramann Boris Kaufman auf dem europäischen Kriegsschauplatz in der französischen Armee kämpfte.
In die Kinos kam der Film 1957, doch der Copyright-Vermerk im Vorspann nennt 1956 (mcmlvi).
Wie wandlungsfähig Lee J. Cobb war, zeigt sich, wenn man den zornigen, kaltherzigen Rüpel in diesem Film neben den gutmütigen, liebenswerten Inspektor aus Der Exorzist (1973) stellt.
Drei Oscar-Preisträger stehen auf der Besetzungsliste, Henry Fonda, Martin Balsam und Ed Begley, dazu mit Jack Warden und Lee J. Cobb zwei Oscar-Nominierte.
Das norwegische NRK fjernsynsteatret (Norsk RikskringKasting) produzierte 1981 eine eigene Fassung, die 1982 unter dem Titel Tolv edsvorne menn (1982) gesendet wurde und sich eng an die amerikanische Vorlage hielt.
Viele Einstellungen der Darsteller entstanden einzeln und wurden erst im Schnitt zusammengefügt. Deshalb musste auch das Regengeräusch für jeden Schauspieler eigens aufgenommen werden.
Mit Ausnahme von drei Minuten entstand der ganze Film im kargen, beengten Beratungszimmer, das 16 x 24 Fuß maß, also 384 Quadratfuß.
Bis 2021 war der Film in den Bestand der MGM-Filmbibliothek übergegangen, die zuvor die Kataloge von United Artists und der Orion Pictures Corporation geschluckt hatte. Ein kurioser Zufall, denn hergestellt hatte ihn die anscheinend völlig unabhängige Firma „Orion-Nova“.
In Die 12 Geschworenen (1997) übernahm George C. Scott die Rolle von Lee J. Cobb, und es war schon das zweite Mal, dass Scott im Film eine ursprünglich von Cobb gespielte Figur verkörperte. Das erste Mal war „Lt. Kinderman“ in Der Exorzist III (1990), den Cobb in Der Exorzist (1973) gespielt hatte. Auf der Bühne gab Scott zudem 1975 in einer Neuinszenierung von „Death of a Salesman“ den Willy Loman, auch dies eine Rolle, die Cobb als Erster gespielt hatte.

Die zwölf Geschworenen (1957): Geschworener 3 im Anzug und ein Mann in hellem HemdBild: Wikimedia Commons · Movie directed by Sidney Lumet, adapted from a teleplay of the same n…, Public domain Mindestens 10-mal sagt Geschworener Nr. 10 im Lauf des Films „weißt du, was ich meine“, meist als Auftakt zu seinen harschen Ansichten und Vorurteilen, vor allem wenn er erklärt, der Angeklagte sei schon wegen seiner Herkunft und seines Viertels schuldig.
Aus dem Fernsehspiel von 1954 übernahmen nur Joseph Sweeney (Geschworener Nr. 9) und George Voskovec (Geschworener Nr. 11) ihre Rollen auch für den Film.

Die zwölf Geschworenen (1957): Geschworener 9 mit verwirrtem Blick, hellem Hemd und KrawatteBild: Wikimedia Commons · Unknown (Trailer screenshot), Public domain Ursprünglich als Fernsehproduktion entstanden, kam der Film nach starken ersten Reaktionen schließlich auch ins Kino.
Die Zeitung am Ende des Films titelt „Craig goes distance, 4-1“. Gemeint ist Roger Craig, Pitcher der Brooklyn Dodgers, der am 1. Juli 1956 ein Spiel komplett durchwarf und es mit 4:1 gewann.
Weil das Budget so knapp war, musste man, sobald das Licht für einen Blickwinkel eingerichtet war, sämtliche Einstellungen aus diesem Winkel auf einmal drehen. So lagen zwischen den beiden Seiten desselben Gesprächs manchmal mehrere Wochen.
Die intensiven Proben verschlangen zwei kräftezehrende Wochen, weshalb für die Dreharbeiten nur beispiellos knappe 21 Tage blieben.
Insgesamt besteht der Film aus 365 einzelnen Takes.
Viele Geschworene wurden von Schauspielern mit reicher Bühnenerfahrung gespielt, und das trug viel zur theaterhaften Intensität und Wirklichkeitsnähe des Films bei.
Weil sich fast alles in einem einzigen Raum abspielt, gilt der Film als wegweisendes Beispiel eines „Kammerspielfilms“, der ganz auf Dialog und die Spannung zwischen den Figuren baut.
Henry Fonda und Reginald Rose arbeiteten ohne Gage.
Auch auf Letterboxd ist der Film in den Official Top 250 Narrative Feature Films vertreten.
Joseph Sweeney und E.G. Marshall hatten 1953 zur Besetzung der Broadway-Uraufführung von „The Crucible“ gehört.
„Letztes Jahr hab ich mit Marmelade 27 Riesen gemacht. Nicht übel“, prahlt Geschworener Nr. 7 (Jack Warden). Auf das Jahr 2024 umgerechnet wären das mehr als 300.000 Dollar.
Talentiert waren sie alle, doch ein „Ensemble“ im eigentlichen Sinn waren die zwölf Geschworenen damals nicht. Bis zum Ende des Jahrhunderts hatte sich aber fast jeder von ihnen mit markanten Rollen aus der Masse der Charakterdarsteller herausgespielt, manche in berühmten Filmen und Serien, andere als Stars eigener Filme oder Serien.
Am Anfang stehen sämtliche Kameras oberhalb der Augenhöhe und arbeiten mit Weitwinkelobjektiven, damit die Figuren weit auseinander wirken. Nach und nach sinken sie auf Augenhöhe, und gegen Ende ist fast alles in Untersicht, in Nahaufnahme und mit Teleobjektiven gefilmt, was das Gefühl von Enge und Beklemmung verstärkt.
Die einzige Frau, die in Besetzung und Stab genannt wird, ist Script Supervisorin Faith Hubley.
Henry Fonda holte Sidney Lumet als Regisseur, weil dieser viel Fernseherfahrung mitbrachte und den Ruf hatte, Zeitplan und Budget einzuhalten.
Mit diesem Film begann die Zusammenarbeit von Kameramann Boris Kaufman und Regisseur Sidney Lumet, die 7 Kinofilme umfasste.
Dass der Mordprozess in Manhattan spielt, steht außer Frage, denn die einzigen Außenaufnahmen zeigen Manhattan. Nur stimmt das Gebäude nicht: In den Schlussszenen verlassen die Geschworenen den Federal Court am Foley Square, also ein Bundesgericht, obwohl Mord unter das Recht des Bundesstaats fällt und der Prozess im Criminal Courts Building in der 100 Centre Street, einen Block nördlich des Foley Square, hätte stattfinden müssen. Hinzu kommt die Hochbahn, die für die Handlung entscheidend ist: Die letzte in Manhattan war die 3rd Ave. El., deren Abriss im Juni 1955 begann, das Verbrechen muss also davor geschehen sein. Die drei übrigen Hochbahnlinien Manhattans waren bis 1942 bereits verschwunden.
Auf der Liste der zehn besten Gerichtsfilme („Courtroom Drama“), die das American Film Institute im Juni 2008 vorlegte, kam der Film auf Platz 2.
Der letzte Überlebende unter den 12 Geschworenen-Darstellern war Jack Klugman (Nr. 5); mit seinem Tod am 24.12.2012 ist keiner von ihnen mehr am Leben.
Joseph Sweeney (Geschworener 9) trat später zweimal an der Seite von E.G. Marshall (Geschworener 4) in dessen Serie Preston & Preston (1961) auf. Schon vorher hatte er in The Man in the Gray Flannel Suit (1956) mitgewirkt, wo auch Lee J. Cobb (Geschworener 3) zu sehen war.
In Holland kam 2002 eine Bühnenfassung unter dem Titel „De 12 Gezworenen“ heraus, mit Alexander van Heteren in der Hauptrolle.
Für den Kinofilm wurde Reginald Roses Fernsehdrehbuch so gut wie nicht verändert.
Geschworener Nr. 8 (Henry Fonda), die Hauptfigur, wechselt mit jedem anderen Geschworenen mindestens ein paar Worte, nur nicht mit Nr. 11 (George Voskovec). Die beiden lächeln sich in einem entscheidenden Moment lediglich kurz zu.
United Artists brachte den Film 1957 im Doppelprogramm mit 5 Steps to Danger (1956) heraus, in dem Ruth Roman und Sterling Hayden spielten.
In seiner Autobiografie beklagt Henry Fonda die Verleihpolitik von United Artists, die dem Film jede Chance auf einen finanziellen Erfolg genommen habe. Vor allem nahm er UA übel, den kleinen Film in viel zu große Kinos gesteckt und ihn nach den vielen Auszeichnungen nicht noch einmal herausgebracht zu haben.
Ein indisches Remake entstand 1986 in Hindi: Ek Ruka Hua Faisla (1986), sinngemäß „A Paused Decision“, inszeniert von Basu Chatterjee, mit Pankaj Kapur und Annu Kapoor in den Hauptrollen.
Sidney Lumets erster Kinofilm als Regisseur.
Mehrere Fernsehserien verneigten sich vor dem Film: Mord ist ihr Hobby (1984) mit Trial by Error (1986), Ein Grieche erobert Chicago (1986) mit Two Angry Men (1992), Picket Fences (1992) mit System Down (1994) und Monk (2002) mit Mr. Monk Gets Jury Duty (2006).
Auch die beliebte Kinderserie Hey Arnold! (1996) nahm Die zwölf Geschworenen aufs Korn, in der Folge False Alarm/World Records (1996), Staffel 1, Episode 18, gesendet am 23. Dezember 1996.
Die Folge The Jury Story (1970) der Serie The Odd Couple (1970), S1.E4, erstmals gesendet am 15. Oktober 1970, ist von dem Film inspiriert. Jack Klugman (Oscar Madison) sitzt darin in der Jury, und Tony Randall (Felix Unger) ist wie Henry Fondas Geschworener Nr. 8 der Einzige, der Zweifel hegt.
An Business Schools und in Seminaren dient der Film gern als Anschauungsmaterial für Gruppendynamik und Konfliktlösung.
In der Internet Movie Database ist er der am besten bewertete Film der 1950er-Jahre; im März 2026 stand er auf Platz 5 der Top 250.
Für diese Produktion legten Henry Fonda und Reginald Rose die Namen ihrer Firmen zusammen, Orion und Nova.
Von allen Filmen seiner Laufbahn hatte Jack Klugman diesen am liebsten.
1970 spielte ein amerikanischer Werbespot für das Deo Right Guard augenzwinkernd auf den Film an: Eine festgefahrene Jury schwitzt im überhitzten Beratungszimmer, bis der Gerichtsdiener Right Guard verteilt. Zum Schluss meldet er dem Vorsitzenden, sechs Geschworene hätten sich für das Spray entschieden, die anderen sechs für den klassischen Stick.
Weil Henry Fonda sich ungern auf der Leinwand sah, verließ er die Vorführung vor dem Ende. Im Hinausgehen raunte er Sidney Lumet aber noch zu: „Sidney, it's magnificent.“
John Calley, der United Artists von 1993 bis 1996 leitete, sprach in einem Interview mit „The New Yorker“ über die Rechte, die das Studio weiterhin an dem Stoff hielt. Er habe ein Remake erwogen, mit Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle und angesiedelt vor dem Hintergrund der Unruhen in Los Angeles 1992, die auf die Urteile im Prozess um Rodney King folgten.
Roger Ebert nahm den Film in seine Reihe der „Great Movies“ auf.
Sidney Lumet sperrte die Schauspieler stundenlang gemeinsam in einen Raum und ließ sie ihre Texte immer wieder sprechen, ohne dass gedreht wurde. Sie sollten am eigenen Leib erfahren, wie es ist, mit denselben Menschen eingeschlossen zu sein.
Jack Lemmon hatte schon in Mister Roberts (1955) neben Henry Fonda gespielt und dort dessen Posten als Ladungsoffizier übernommen, nachdem Fonda von der U.S.S. Reluctant versetzt worden war. In Die 12 Geschworenen (1997) verkörperte Lemmon dann den Geschworenen, den Fonda in diesem Film gespielt hatte.
Steven Schneiders Sammelband „1,001 Movies You Must See Before You Die“ führt den Film ebenfalls auf.
In der Criterion Collection trägt der Film die Spine-Nummer #591.
Lange glaubte man, von der Live-Übertragung des Stücks am 20. September 1954 (Twelve Angry Men (1954)) sei nur die erste Hälfte als Kineskop-Aufzeichnung erhalten; sie lag seit 1976 im Museum of Television and Radio. 2003 tauchte dann im Nachlass von Samuel Leibowitz, einst Verteidiger und später Richter, ein vollständiges 16-mm-Kineskop auf, das das Museum ebenfalls übernahm.
Fakten mit Spoilern
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„The boy in the gray flannel suit“ schimpft Lee J. Cobbs Figur den Geschworenen Nr. 12. Ein Jahr vor dem Start dieses Films hatte Cobb in The Man in the Gray Flannel Suit (1956) gespielt, in dem auch Joseph Sweeney (Geschworener Nr. 9) mitwirkte.
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Ist die Beratung beendet, verlassen die Männer den Tisch in folgender Ordnung: Nr. 1, der Vorsitzende (Martin Balsam), Nr. 12 (Robert Webber), Nr. 7 (Jack Warden), Nr. 5 (Jack Klugman), Nr. 9 (Joseph Sweeney), Nr. 4 (E.G. Marshall), Nr. 6 (Edward Binns), Nr. 2 (John Fiedler), Nr. 11 (George Voskovec), Nr. 10 (Ed Begley), Nr. 8 (Henry Fonda) und als Letzter Nr. 3 (Lee J. Cobb).
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Obwohl Geschworener Nr. 4 den ganzen Film über sein Jackett anbehält, kommt er nur ein einziges Mal ins Schwitzen: als Nr. 8 sein Argument zerpflückt, der Anwalt des Angeklagten habe 3 Monate Zeit gehabt, sich einzuprägen, was sein Mandant getan habe, und ihm Fragen zu dem Film stellt, den er zur Tatzeit gesehen haben will. Ausgerechnet in dieser Szene ist davon die Rede, er stehe unter keinerlei emotionalem Druck, und der Schweiß beweist das Gegenteil.
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Als Nr. 10 seinen Ausbruch hat, bleiben nur die Geschworenen Nr. 4 und Nr. 7 am Tisch sitzen.
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Der spanische Sender RTVE produzierte 1973 eine eigene Fassung, Doce hombres sin piedad (1973), die sich bis ins Detail an diesen Film hielt, samt amerikanischer Flagge im Raum und Geschworenen, die über die New York Yankees und die Baltimore Orioles plaudern. Weil sie unter der Diktatur von General Francisco Franco entstand und als Kritik an dessen Justiz galt, durfte sie nicht gezeigt werden. Gesendet wurde sie erst 1995, viele Jahre nach Francos Tod.
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28-mal schaut Geschworener Nr. 7 (Jack Warden) im Lauf des Films auf die Uhr.
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Wer genau hinsieht, weiß schon vor der Auflösung, welcher Geschworene bei der geheimen Abstimmung umgeschwenkt ist. Beim Einsammeln schiebt Nr. 9 seinen Zettel sichtbar unter den von Nr. 7, während die übrigen ihre Zettel beim Weiterreichen oben auf den Stapel legen. Nr. 1 legt diesen Stapel dann auf seinen eigenen Zettel und den anderen Stapel obendrauf, sodass der Zettel von Nr. 9 an vorletzter Stelle von unten landet, und genau auf ihm steht „nicht schuldig“.
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Beim Betreten des Beratungszimmers filmt die Kamera die Geschworenen in einer Totalen von oben; bis zum Urteil rücken die Einstellungen dann immer tiefer und näher heran. Für die Schlusseinstellung, in der sie das Gerichtsgebäude verlassen, kehrt die Kamera zur weiten Obersicht zurück. Laut Sidney Lumet entstand dieses letzte Bild mit dem weitwinkligsten Objektiv des ganzen Films, um die Befreiung aus dem Beratungszimmer spürbar zu machen.
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Gegen Ende bemerkt Geschworener 9 (Joseph Sweeney) etwas zur Sehkraft von Geschworenem 4 (E.G. Marshall) und erklärt, er selbst habe zeitlebens 20/20 gesehen. In der ursprünglichen Studio-One-Fassung trug Geschworener 9, ebenfalls von Joseph Sweeney gespielt, allerdings eine Brille.
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Wie Jack Klugman (Geschworener Nr. 5) in der Making-of-Dokumentation der Special-Edition-DVD erzählt, war seine Figur als etwa 20 bis 21 Jahre alter Mann mit olivfarbenem, womöglich mediterranem Teint gedacht. Das hätte seiner Erzählung vom Aufwachsen im Slum und seiner Kenntnis von Springmessern mehr Gewicht gegeben. Klugman, damals 35 und Jude, zweifelte, ob er der Richtige sei, doch Sidney Lumet versicherte ihm, es werde trotzdem funktionieren.
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Als Geschworener Nr. 10 eine rassistische Hetzrede über den Angeklagten hält, wendet sich einer nach dem anderen von ihm ab, nur Nr. 4 nicht. Der fordert ihn auf, sich zu setzen und still zu sein; in der Bühnenvorlage heißt es sogar: „Wenn du noch einmal den Mund aufmachst, schlag ich dir den Schädel ein.“ Nr. 10 gehorcht, setzt sich an einen anderen, kleineren Tisch, was sich als Bild für seine Verbannung durch die anderen lesen lässt, und schweigt für den Rest des Films. Nur als Nr. 8 ihn fragt, ob er den Angeklagten noch für schuldig hält, schüttelt er den Kopf.
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Drei Geschworene sind Brillenträger: Nr. 12 setzt seine sechsmal ab, Nr. 4 einmal, Nr. 2 nie.
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Bei einer Vorführung auf dem Filmfestival der Fordham University Law School 2010 erzählte Sonia Sotomayor, Richterin am Obersten Gerichtshof, der Film, den sie als Studentin gesehen hatte, habe sie mit auf den Weg in die Juristerei gebracht. Vor allem der Monolog des Einwanderers, Geschworener Nr. 11, über seine Ehrfurcht vor dem amerikanischen Rechtssystem habe sie bewegt. Den anwesenden Jurastudenten gestand sie aber auch, dass sie als Richterin an unteren Gerichten Geschworene mitunter angewiesen habe, sich an dem Film kein Beispiel zu nehmen, weil die meisten Schlüsse der Jury auf Spekulation statt auf Fakten beruhten. Dass Nr. 8 ein ähnliches Messer mitbringt und auf eigene Faust außerhalb des Gerichts ermittelt, und dass die Geschworenen insgesamt weitreichende Annahmen treffen, die weit über den begründeten Zweifel hinausgehen, etwa ihre Folgerungen über die „alte Frau“ mit Brille, wäre in einem echten Verfahren nie zulässig gewesen und hätte zur Aufhebung des Prozesses geführt, vorausgesetzt, das geltende Recht hätte es überhaupt erlaubt, den Inhalt der Beratungen offenzulegen.
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Während Geschworener 8 die Strecke abschreitet, verspottet ihn Geschworener 7 mit einem Pfiff. Die Melodie ist „Dance of the Cuckoos“, die Erkennungsmelodie der Laurel-und-Hardy-Komödien. Als Geschworener 2 ihn zurechtweist, kontert Nr. 7 mit einer James-Cagney-Imitation.
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Die Dick van Dyke Show (1961) parodierte den Film in der Folge One Angry Man (1962): Rob Petrie stimmt als Einziger auf „nicht schuldig“, angeklagt ist eine Stripperin (Sue Ane Langdon), der Diamantenschmuggel vorgeworfen wird. Nebenbei bekommt auch Perry Mason (1957) sein Fett weg, denn der Staatsanwalt heißt Mason und der Verteidiger Berger, genau andersherum als in der Perry-Mason-Serie.
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Nur bei den Geschworenen Nr. 6, Nr. 7 und Nr. 10 deckt sich die Reihenfolge, in der sie auf „nicht schuldig“ umschwenken, mit ihrer Nummer: Nr. 6 ist der sechste, Nr. 7 der siebte und Nr. 10 der zehnte.
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Welcher Herkunft der jugendliche Angeklagte ist, bleibt mit Absicht offen. Für den Film zählte nur, dass er nicht nordeuropäischer Abstammung ist und dass die Vorurteile mancher Geschworener, oder deren Fehlen, die Beratung entscheidend prägen.
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Ganze 12-mal fragt Geschworener Nr. 10 im Lauf des Films „weißt du, was ich meine?“.
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An Kleidung und Auftreten lässt sich das Wesen der Geschworenen ablesen. Beim emotional unberechenbaren Nr. 3 etwa sitzt der Gürtel weit nach links und die Krawatte weit nach rechts verrutscht.
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Wann genau die Beratung beginnt, bleibt offen; angedeutet wird, dass es spätestens mittags losgeht. Am späten Nachmittag zieht ein Gewitterregen auf, und irgendwann nach 6 Uhr abends am selben Tag ist alles vorbei. Der Schnitt erweckt den Eindruck von Echtzeit, doch Licht und Wetter vor dem Fenster verraten, dass in Wahrheit etwas mehr Zeit verstreicht.
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Die Geschichte könnte in jeder Großstadt spielen, und die Stadt wird auch nie genannt. Dass es sich um New York City handelt, verraten dennoch das Woolworth Building, die Yankee-Karten von Geschworenem Nr. 7 und die Treppe des County Courthouse am Anfang und am Ende.
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Vieles an der Geschichte lässt sich auf das Broadway-Stück „Ladies of the Jury“ von 1928 und die Krimikomödie Ladies of the Jury (1932) zurückführen. Edna May Oliver spielt darin eine Frau, die zu Beginn der Beratung als Einzige an die Unschuld der Angeklagten glaubt, und auch dort geht es um Vorurteile.
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Hinter der starren Selbstbeherrschung und Gefühlskälte von Geschworenem 4 steckt ein Arbeitstier: Er gibt zu, abends spät aus dem Büro zu kommen und sich danach noch zu vergnügen, sodass für die Familie kaum Zeit bleibt. Daher rührt sein Mangel an Mitgefühl.
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Ganz nebenbei fängt der Film das Klassendenken seiner Zeit treffend ein. Die meisten Geschworenen geben ihren Beruf als Teil ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit preis, von Nr. 1 bis Nr. 12: Assistenztrainer im Highschool-Football, Bankangestellter, Kurierdienst, Börsenmakler, Anstreicher, Handelsvertreter, Architekt, Garagenbesitzer, Uhrmacher und Werbeleiter. Nur die Geschworenen 5 und 9 fehlen. Nr. 5 kommt aus einem Slum, einem konfliktreichen Arme-Leute-Viertel, und Nr. 9 ist ein älterer Mann, vermutlich im Ruhestand, weshalb sein Beruf und sein früheres Leben nicht mehr zählen.
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Namentlich genannt werden im ganzen Film nur zwei Geschworene: Nr. 8 heißt Mr. Davis, Nr. 9 Mr. McCardle. Alle anderen bis auf zwei kennt man nur über den Beruf: Nr. 1 ist der „Highschool-Football-Trainer“, Nr. 2 der „Bankangestellte“, Nr. 3 das „Mädchen für alles“ und „besitzt einen Kurierdienst“, Nr. 4 der „Börsenmakler“, Nr. 6 der „Anstreicher“, Nr. 7 der „Handelsvertreter“, Nr. 8 der „Architekt“, Nr. 10 der „Garagenbesitzer“, Nr. 11 der „Uhrmacher“ und Nr. 12 der „Werbeleiter“.
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Ab dem Moment, in dem die Tür hinter den Geschworenen zufällt, läuft der Film in Echtzeit. Ungefähr zur Halbzeit merken sie, dass es 6 Uhr ist, und bis zum Urteil vergehen weitere 45 Minuten. Jack Wardens Figur hätte also reichlich Zeit, um das Baseballspiel um 8 Uhr noch zu erwischen.
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Bei 1:36, während schon der Abspann läuft, zeigt eine Obersicht das Beratungszimmer mit den Geschworenen am Tisch, doch es sind nur elf. Geschworener Nr. 10 (Ed Begley) fehlt. Die elf haben sich selbst ins Gesicht gesehen und sind an der Erfahrung gewachsen, der Zwölfte nicht.
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Eine Ironie am Rande: E.G. Marshall, der hier einen der Geschworenen spielt, die so auf einen Schuldspruch drängen, wurde später als Verteidiger in seiner eigenen Serie berühmt, Preston & Preston (1961), die von 1961 bis 1965 lief. Entwickelt hatte sie Reginald Rose, der Drehbuchautor dieses Films.
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Ein inzwischen klassischer Sketch aus Inside Amy Schumer (2013) geht auf diesen Film zurück. Eine Jury aus 12 Männern, einer davon gespielt von Jeff Goldblum, berät darüber, ob Amy Schumer schuldig ist, für eine eigene Fernsehshow nicht sexy und attraktiv genug zu sein. Am Ende sprechen die Männer sie von den Verbrechen am Fernsehpublikum frei.
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Dass Geschworener Nr. 3 am Ende zusammenbricht, kündigt sich schon sehr früh an, als er zum ersten Mal zum Wasserspender geht und das Foto seines Sohnes anstarrt.
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In dieser Reihenfolge kommen die Geschworenen zu dem Schluss, dass der Junge nicht schuldig ist: Nr. 8 (Henry Fonda), Nr. 9 (Joseph Sweeney), Nr. 5 (Jack Klugman), Nr. 11 (George Voskovec), Nr. 2 (John Fiedler), Nr. 6 (Edward Binns), Nr. 7 (Jack Warden), Nr. 12 (Robert Webber), der Vorsitzende (Martin Balsam), Nr. 10 (Ed Begley), Nr. 4 (E.G. Marshall) und zuletzt Nr. 3 (Lee J. Cobb).
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Im Ausland sind der Film und seine Vorlage fester Bestandteil des Englischunterrichts an Mittel- und Oberstufen, Auszüge aus dem Stück stehen sogar in manchen Lehrbüchern. Sprachkurse verlangen oft Übungen, in denen Schüler Eigenschaften zu einem Thema erklären, vergleichen und diskutieren sollen, und dafür liefert der Film reichlich Stoff: ganz verschiedene Charaktere (der höfliche Nr. 11, der nachdenkliche Nr. 9, der voreingenommene Nr. 10 usw.), unterschiedliche Haltungen (der sture Nr. 3, der aufgeschlossene Nr. 2, der desinteressierte Nr. 7, der methodische Nr. 4 usw.), gegensätzliche Persönlichkeiten (der schwache Nr. 1, der sanftmütige Nr. 2, der aggressive Nr. 10, der nervige Nr. 12 usw.) und jede Menge Reaktionen und Gesichtsausdrücke. Auch die Ausdrucksweise einzelner Figuren wird im Unterricht besprochen, wenn es darum geht, wie man sich in bestimmten Lagen äußert: Nr. 4 formuliert diplomatisch „Es ist kein Geheimnis, dass Kinder aus Slumverhältnissen eine potenzielle Gefahr für die Gesellschaft sind“, Nr. 10 dagegen ruppig „Die Kinder, die aus diesen Gegenden kriechen, sind echter Abschaum“, und doch meinen beide im Kern dasselbe.
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Hier hat Ed Begley seine Paraderolle gefunden; in Kino und Fernsehen war er unverkennbar auf zornige, uneinsichtige Männer abonniert, nicht selten auf ausgemachte Schurken.
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Als Double Feature, das er gesehen haben will, nennt Geschworener Nr. 4 „The Scarlet Circle“ und „The Amazing Mrs. Bainbridge“, wobei er den zweiten Titel irrtümlich „The Remarkable Mrs. Bainbridge“ nennt. Beide Filme gibt es in Wirklichkeit nicht.
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Als Geschworener Nr. 8 nachstellt, wie der alte Zeuge vom Bett zur Wohnungstür gelangt, braucht er dafür 41 Sekunden. In echter Filmzeit sind es 38.
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Von den Statistinnen im Gerichtssaal-Prolog abgesehen, kommt im ganzen Film keine einzige Frau vor, obwohl am Beratungszimmer eine Damentoilette zu sehen ist.
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Das auffällige Messer im Film ist ein italienisches Stiletto-Springmesser mit einer Klinge nach Art des indonesischen Kris.
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Auf den Tag zehn Jahre nach dem Kinostart diente der Film als Vorlage für die Folge Aunt Bee, the Juror (1967) aus The Andy Griffith Show (1960). Tante Bee Taylor ist darin wie Henry Fondas Figur die einzige Abweichlerin und bleibt unbeirrt bei „nicht schuldig“, so sehr die 11 anderen Geschworenen, allesamt Männer, auch toben. Am Ende reimt sich Andy aus Gesprächen mit einem anderen Prozessbesucher zusammen, wer die Tat tatsächlich begangen hat. Den Angeklagten spielte ein junger Jack Nicholson.
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Der Vorsitzende, Geschworener Nr. 1, erklärt als Einziger nie, warum er den Angeklagten für schuldig und später für nicht schuldig hält. Gerade in dieser Figur steckt eine reizvolle psychologische Metapher: Als Vorsitzender leitet er die Gruppe, und niemand fragt, warum oder wie er etwas tut, man setzt einfach voraus, dass er es weiß. Auch nach seinem Sinneswandel begründet er nichts, obwohl er nun nicht mehr führt, sondern folgt. Das verrät sein Gesicht, als er die Hand hebt, um anzuzeigen, dass er den Angeklagten jetzt für nicht schuldig hält.
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Als einziger Geschworener behält Nr. 4 (E.G. Marshall) sein Jackett den ganzen Film über an.